Tiger (w.)


asiat. Streifenhörnchen Burunduk (Sommer 1987 – Anfang 1996)

Als mein Mann und ich vor knapp 25 Jahren in einer Zoohandlung Streifenhörnchen sahen, waren wir gleich ganz verliebt in diese hübschen, quirligen Tiere. Also besorgten wir uns das einzige Buch über die Haltung von Streifenhörnchen und „studierten“ es. Es war uns klar, dass es nicht der beste Ratgeber sein konnte, da sogar Fotos abgebildet waren, wo das Hörnchen mit einer Milchschnitte gefüttert wurde. Doch sonst gab es keine Möglichkeit sich zu informieren – Internet hatten wir damals keines zur Verfügung. Naja, nachdem wir uns auch um eine Urlaubsvertretung gekümmert hatten, bauten wir einen Käfig, der um einiges größer war als angegeben (aus heutiger Sicht jedoch immer noch zu klein), statteten ihn mit Ästen und Schlafhäuschen aus und fuhren in die Zoohandlung. Dort fanden wir ca. 10 aufgeregte Jungtiere in einem Käfig von ungefähr 60x50x80 cm vor. Wir verbrachten einige Zeit davor und suchten uns ein Hörnchen aus. Der Zoohändler kam mit einem riesigen Lederhandschuh und ergriff unser Hörnchen. Es wehrte sich auch ganz schön, kein Wunder oder, aber so kam es gleich zu seinem Namen Tiger.

Erstaunlicher Weise kam Tiger bereits am nächsten Tag zum Gitter und holte sich Leckereien und so konnten wir es bald aus dem Käfig lassen. Es wurde ein entzückendes, handzahmes Hörnchen, das gerne auf uns kletterte und aus den Hosentaschen Nüsse holte.

Erst durch das Internet, wissen wir was für ein „Ausnahmehörnchen“ wir hatten und dass „er“ eigentlich eine „sie“ war.

Im Herbst sammelte es zwar alles was es in seine Backen bekam, doch Winterschlaf hielt es nicht. Und dieses sogenannte „Herbsteln“ gab es überhaupt nicht – wir wußten gar nicht, dass es das gibt! Es verhielt sich nur ein wenig ruhiger, sonnte sich auf seiner Terrasse und war so liebenswert und zutraulich wie immer. Im Frühjahr gluckste unser Tiger wie ein tropfender Wasserhahn. Auch als unsere Familie um zwei Kinder reicher wurde, gab es nie Probleme. Die Kinder wurden angehalten nie das Hörnchen zu greifen und freuten sich umso mehr, wenn es sich aus der Hand Nüsse holte. Sie wurden gute Beobachter und Tiger fühlte sich nie eingeengt oder bedroht. Unser braves Hörnchen hat nie gebissen, angestellt wurde jedoch so einiges: Pflanzen ausgegraben, Telefonkabel und Bücher angeknabbert und an allen möglichen aber auch fast unmöglichen Stellen Futter versteckt.

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